Das Ende und der Anfang

Das Ende und der Anfang

Mein persönliches Abenteuer weltwärts startet zunächst mit dem Abschied. Von Familie, von Freunden, von der Heimat und von allem was mir bekannt ist. Meine Freunde habe ich spätestens bei meiner Geburtstags- und Abschiedsfeier verabschiedet. Aber meine Eltern und mein großer Bruder sind noch bis zum Flughafen an meiner Seite geblieben, bis auch wir uns schließlich vor der Sicherheitskontrolle am BER verabschieden mussten :(. Der anschließende Flug ging am Montag (27.11.) um 6 Uhr morgens Richtung Lissabon (was bedeutete, dass wir uns um 1:45 Uhr nachts aus dem Bett quälen mussten und im Halbschlaf zum Flughafen taumelten). Der Flug verging dafür wortwörtlich wie im Schlaf und einige Stunde später landete ich im dann schon hellen Lissabon.

Lissabon aus dem Flugzeug

In Lissabon musste ich dann umsteigen und 4 Stunden später mit dem nächsten Flieger nach Rio de Janeiro fliegen. Eine zweite Sicherheitskontrolle blieb mir zum Glück erspart, dafür konnte ich die Wartezeit im Duty-Free-Bereich verbringen, allerdings ohne mir etwas zu kaufen.

Relativ früh ging dann auch das Boarding los und wir wurden zum großen Airbus gebracht. Ich hatte Glück, weil ich, wie schon im ersten Flugzeug, den Platz neben mir frei hatte. Gerade für den langen Flug war das enorm angenehm. Auf dem Flug wurden wir mit einer warmen Mahlzeit sowie Decke und Kissen versorgt. Mit sich abwechselndem Schlaf und Filmen ging der Flug auch sehr schnell und angenehm vorbei (allerdings mit einigen Turbulenzen). Dabei passierten wir die Kanaren und auch die Kapverden. Beeindruckend, dass man die aus dem Flugzeug sehen kann.

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verumtlich Teneriffa

Danach sind wir im Prinzip immer die Küste Brasiliens entlang geflogen. Auch wenn der meiste Teil davon durch eine dicke Wolkenschicht vedeckt wurde, war es dennoch schön weil es dafür einen gefühlt unendlich langen Sonnenuntergang gab.

Und dann bei Nacht sind wir in Rio de Janeiro gelandet mit wunderschönem Blick auf das riesige funkelnde Lichtermeer von Rio.

Dort musste ich erst durch die Passkontrolle, wo ich zwar kurz festgehalten aber dann durchgelassen wurde. Zuletzt musste ich noch meinen großen Koffer abholen, aber auch das ging gut, auch wenn ich einen Weile warten musste. Aber der Koffer ist unbeschadet und von selbst angekommen und das ist das Wichtigste.

Mit dieser Erleichterung bin ich dann aus dem Flughafen in die Arme von Isabel gelaufen. Isabel ist eine meiner Mitfreiwilligen aus Deutschland und sie war so nett, von Iracambi nach Rio zu kommen, um mich dort abzuholen. Dafür bin ich sehr dankbar, vor allem weil wir dann auch noch bei ihrer Tante, die in Rio wohnt, übernachten durften. Allerdings war der Weg vom Flughafen ziemlich lang und wir sind fast eine Stunde mit dem Uber zur Wohnung der Tante gefahren. Die Wohnung ist in einem Hochhaus ganz nah an der Küste vom Ozean. Der Blick aus dem Fenster war einfach gigantisch.

Blick auf den Atlantik

Am nächsten Morgen (Dienstag) sind wir dann weiter mit dem Bus und zwar nach Juiz de Fora, denn dort ist der von Iracambi nächste Sitz der brasilianischen Bundespolizei. Dort musste ich nämlich wegen meines Visums nochmal hin. Auf der Fahrt habe ich dann das erste Mal den Atlantischen Regenwald (Mata Atlântica) gesehen und es war beeindruckend. Kurz nachdem wir aus Rio rauswaren kam gleich ein super gut erhaltenes Stück durch das wir durchgefahren sind. Kaum zu glauben, wie schön grün alles ist, aber auch wie viele verschiedene Pflanzen da dicht an dicht wachsen.

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Busfahrt nach Juiz de Fora
Blick auf den Mata Atlântica

Es gibt Bäume die voller Lianen sind, Bäume die sehr groß sind, Bäume die runde Kronen haben, Bäume die flache Kronen haben, es gibt allerlei Sträucher, es gibt Bambus, es gibt tausende Früchte, z. B. Mangos und Bananen, und auf jedem Quadratzentimeter ist irgendwas. Durch den dichten Wald haben wir uns dann im Bus durchgeschlängelt und sind irgendwann in Juiz de Fora angekommen, wo wir bei Carla übernachten durften. Carla arbeitet auch für Iracambi und kümmert sich viel um Social Media. Auch dort wurden wir herzlich aufgenommen. Generell waren alle Leute, die ich bisher in Brasilien getroffen habe super freundlich und bieten einem alles an. Bei Carla musste ich z. B. unbedingt die hausgemachte Marmelade probieren (war super lecker) und sie hat extra für uns in der Stadt Lebensmittel besorgt. Bei der Bundespolizei waren wir aber leider nicht ganz erfolgreich, weshalb ich später nochmal wiederkommen muss. Danach konnten wir dafür noch in die Shoppingmall, um ein paar letzte Sachen zu besorgen und nochmal etwas ordentliches zu essen.

Am nächste Tag (Mittwoch) haben wir dann die letzte Etappe von Juiz de Fora bis nach Iracambi angetreten. Zunächst sind wir wieder mit dem Bus gefahren bis nach Muriaé, was die nächste größere Stadt von Iracambi aus ist. Als wir dort angekommen sind waren es 38°. Das heißt, wir sind schnell ins Taxi, haben uns etwas kaltes zu trinken geholt, die Klimaanlage angemacht und sind dann mit dem Taxi Richtung Iracambi losgedüst. In Rosário da Limeira, dem letzten Ort vor Iracambi, haben wir dann noch unsere Volunteer Coordinatorin und Ansprechpartnerin Gabi aufgegabelt und mitgenommen. Die Straße vom Ort bis zur Fazenda von Iracambi ist echt schlecht und lang, was heißt wir mussten eine halbe Stunde im Schneckentempo über Schlaglöcher fahren bevor wir dann endlich angekommen sind. Aber dafür war die Fahrt schön und man hat gemekrt, wie der Wald immer dichter wurde und auf der letzten Strecke war dann kaum noch die Straße zu erkennen, da neben und über uns nur Bäume und Pflanzen waren.

Die Taxifahrt
Der „Parkplatz“ von Iracambi

Und so bin ich dann endlich angekommen nach 3 Tagen unterwegs, vielen Uber- und Busfahrten und netten Leuten. Und damit beginnt für mich endgültig der Freiwilligendienst in Brasilien.

Angekommen! (von Gabi fotografiert)

Euer Emil


4 Antworten zu „Das Ende und der Anfang“

  1. Avatar von P.
    P.

    Lieber Emil, mit großem Interesse und viel Freude habe ich deinen super ausführlichen Blog gelesen. Mach gerne weiter so! Aber vor allem: komm gut an, genieße die Eindrücke der für dieser für dich neuen Welt, dein P.

    1. Avatar von JD
      JD

      Spannender erster Blogeintrag!
      Ich bin gespannt, was du über deine ersten Tage in Iracambi berichten wirst.

  2. Avatar von
    Anonym

    Danke fürs Teilhaben lassen an deinem Abenteuer. Echt spannend! Die Tierfotokategorie gefällt mir besonders.
    M.

  3. Avatar von Annette
    Annette

    Das ist toll, dass wir so in Gedanken mit dir reisen können. Danke für die spannenden Berichte! Besonders die Tierfotokategorie wird bestimmt noch abenteuerlich (ist es natürlich auch jetzt schon)
    M.

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