Ich weiß immer noch nicht so ganz, wie man am besten einen Blog anfängt, deswegen habe ich diesmal einen Icebreaker vorbereitet: Fußball!

Wir befinden uns immer noch in der Mitte vom März und die Gegend bebt vor Fußballlust, denn die Senioren haben ein Turnier vorbereitet! Insgesamt 4 vollzählige Teams mit eigens bedruckten Trikots treten gegeneinander an. Das Team, das ich supporte, ist das grüne Team von unserem Feldmitarbeiter Pedrinho. Es waren wirklich einige Leute da und haben sich getroffen um zu quatschen, zu grillen und beim Fußball zuzuschauen. Hier hat man gemerkt, warum es heißt „Fußball verbindet“. Der Platz ist nichtmal in einem der Orte sondern nur bei einer kleinen Ansammlung an Häusern etwa 20 Minuten entfernt von Iracambi. Pedrinho hat in der Zeit davor viel für das Turnier geworben, weil er selber viel mitorganisiert hat. Dementsprechend haben sich alle gefreut, zu sehen, wie die Leute zusammenkommen. Am Ende haben leider die Roten gewonnen, aber das tut nichts zur Sache. Letztendlich war es für alle ein Erfolg.

Wieder zurück im Camp geht währenddessen der Alltag weiter. Täglich wechselt es zwischen Regen und Sonne und dementsprechend bemalen wir drinnen Schilder, präparieren Holz für die Brücken auf den Wanderwegen oder pflanzen wieder Bäume.

So schreitet die Zeit schnell voran und die Wochen ziehen nur so vorbei, allerdings gibt es natürlich immer Highlights, die einen aus dem Allagsleben herausziehen. Zum Beispiel macht Isabel hin und wieder ein echtes Brot am Wochenende, zwar ohne Sauerteig, aber dafür mit vielen Körnern, Hefe und Liebe. Besonders wir Deutsche sind natürlich ohne Brot immer unglücklich, deswegen ist es am besten für alle, wenn wir hin und wieder gutes Brot essen können. Am besten frisch aus dem Ofen mit etwas veganer Butter und Salz.

Was darf einem Deutschen neben dem Brot nicht fehlen? Natürlich gutes Bier, ist ja klar?! Deswegen waren Felix und ich gezwungen übers Wochenende mit Luísa, der neuen Freiwilligenkoordinatorin, nach Juiz de Fora zu fahren. Nebenbei war es nur ein praktischer Zufall, dass dort die Bundespolizei sitzt, die unsere Brasilianischen Ausweise bereit zur Abholung hatte.

Also haben wir schnell unsere Ausweise und das wohlverdiente Bier abgeholt und sind am nächsten Tag wieder zurück gefahren. Mitten in der Stadt habe ich sogar Tukane in den Bäumen gesehen. So nah wie noch nie zuvor!

Als wir dann wieder zurück in Iracambi waren kam mein Highlight des Monats auf uns zu! Und zwar waren Felix und ich an der Reihe im Rahmen eines kulturellen Austauschprogramms Deutschland vorzustellen. Dazu sind wir zu einer Schule in Limeira gefahren, wo eine Gruppe von SchülerInnen auf uns gewartet hat. Ihnen haben wir dann eine kurze Präsentation über DE gehalten und über die Sprache, bekannte Orte, Feste und Unterschiede innerhalb Deutschlands geredet. Ich habe es ganz auf Portugiesisch gemacht, was für mich sehr aufregend war, da ich so viel vorher noch nicht am Stück geredet habe und vor allem weil ich hier vor einer Gruppe Schüler vortragen musste. Aber mein Portugiesisch hat ausgereicht und die SchülerInnen haben das meiste verstanden. Für mich war das auch eine gute Übung. Felix hat währenddessen auf Englisch präsentiert, was die SchülerInnen auch immer interessiert, da sie zwar selber Englisch lernen, aber nicht flüssig sprechen können. Insofern ist es spannend für sie, Leute zu hören, die die Sprache beherrschen. Zum Abschluss gab es noch ein Quiz und veganen Marmorkuchen. Der Kuchen ist uns auch wirklich herausragend gelungen! Da bin ich besonders stolz drauf, besonders weil die Kinder nur selten explizit vegane Sachen essen (abgesehen von Reis, Bohnen, etc.).

In jeder Hinsicht war das ein voller Erfolg. Es hat allen Spaß gemacht, alle haben etwas gelernt und es gab sogar was für den Magen. Wie gesagt, mein Highlight des Monats März.

Nach monatelangem Bemalen und Behandeln der Schilder wurde es dann auch endlich Zeit, die Früchte der Arbeit zu ernten. Deshalb sind wir endlich mit den Schildern, Nägeln und einem Hammer los und haben die ersten Schilder der Wege erneuert.

Neu aufgestelltes Schild

Zum Abschluss des Monats waren Isabel und ich nochmal Kayak fahren. Wir waren ja schonmal Kayak fahren und weil uns das so viel Spaß gemacht hat mussten wir das einfach nochmal machen. Eigentlich sollten 2 FreundInnen von Isabel mitmachen, allerdings hat der Regen dem einen Strich durch die Rechnung gemacht. So sind immerhin nur wir beide und Eliab nass geworden.

Eliab, Isabel und ich

Immerhin hat sich die Sonne danach nochmal gezeigt und uns einen schönen Nachmittag und Abend beschert. Das Kayak fahren war übrigens auch im Regen die Erfahrung wert. Allerdings hat der Regen den Fluss sehr braun gemacht, was natürlich nicht so fotogen ist. So oder so, wir sind sicher angekommen und hatten Spaß dabei, das war das Wichtigste. Es sollte auch nicht unser letztes mal Kayak fahren sein.

Unser Atlantischer Regenwald von oben

Mit diesem schönen Abschluss geht nicht nur der Monat März sondern auch dieser Blog schon wieder vorbei. Das war mal wieder ein eher kurzer Blog. Ich versuche, wenn nicht super viel passiert, auch nicht super viel zu schreiben, denn nur so komme ich mit dem was passiert hinterher. Aktuell muss ich noch fast 3 Monate aufholen. Dementsprechend muss ich leider auch ein bisschen kürzen. Ich hoffe das hat man nicht gemerkt und der Blogeintrag hat dir gefallen.

Euer Emil

PS: Mia wünscht noch ein erholsames Wochenende


2 Antworten zu „Was lange währt wird hoffentlich gut“

  1. Avatar von A.L.
    A.L.

    Ja, was lange währt… Wieder mal viel passiert in der Zwischenzeit und die Zeit seit du weg bist, rennt. Schön, dass Fußball und veganer Marmorkuchen deine Zeit versüßen. Und Respekt, dass du einen ganzen Vortrag auf portugiesisch gehalten hast! Bin schon auf den April gespannt.

  2. Avatar von JD
    JD

    Das Fußballturnier klingt richtig schön – ich wäre so gerne dabei gewesen! Es ist toll zu lesen, wie Gemeinschaft, Alltag und besondere Momente wie eure Schulpräsentation oder das Kayakfahren sich bei dir abwechseln. Deine Berichte machen immer wieder Lust auf Brasilien und erinnern mich daran, wie besonders solche Erfahrungen sind.

    Alles Liebe und bis zum nächsten Eintrag!

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